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Rezension zu „Der Uhrmacher in der Filigree Street“

Posted in Allgemein, and Rezensionen

Als ich das erste Mal von dem Buch hörte, war ich von seinem Inhalt nicht besonders überzeugt. Doch dann las ich eine Besprechung, die meine Neugier weckte. Und ich habe es nicht bereut.

„Der Uhrmacher in der Filigree Street“

Natasha Pulley

Klett-Cotta Verlag

9783608984750

24,00€/18,99€

*Rezensionsexemplar*

Klappentext: London, Oktober 1883. Eines Abends kehrt Thaniel Steepleton, ein einfacher Angestellter im Innenministerium, in seine winzige Londoner Mietwohnung heim. Da findet er auf seinem Kopfkissen eine goldene Taschenuhr. Es ist ihm ein Rätsel, was es mit ihr auf sich hat. Sechs Monate später explodiert im Gebäude von Scotland Yard eine Bombe. Steepleton wurde gerade rechtzeitig gewarnt, weil seine Uhr ein Alarmsignal gab. Nun macht er sich auf die Suche nach dem Uhrmacher und findet Keita Mori, einen freundlichen, aber einsamen Mann aus Japan. So harmlos Mori auch scheint, eine Kette von unheimlichen Ereignissen deutet schon bald darauf hin, dass er etwas zu verbergen hat…

Ich muss zugeben: Zuerst fand ich nur schwer in die Geschichte hinein. Thaniel war kein spannender Charakter und sein Leben etwas langweilig. Dazu kam noch, dass manche Kapitel an anderen Orten und in der Vergangenheit spielten, sodass ich zu den Kapitelüberschriften wechseln musste, um mich neu zu orientieren.

Trotzdem entwickelte die Geschichte irgendwann einen Sog, dem ich mich nicht entziehen konnte. Das lag vor allem an Mori, dem Uhrmacher. Was er alles allein durch Mechanik erschaffen hatte, hörte sich wahrhaft magisch an, und gerne hätte ich seine Werke mit eigenen Augen gesehen. Aber auch sonst war er ein interessanter Charakter. Er verbarg ein Geheimnis, auf dessen Spur Thaniel nur langsam kam. Ich als Leserin hatte so eine Theorie, aber ganz sicher war ich mir nie.

Ich habe nicht viel Ahnung vom 19. Jahrhundert und lese nur selten historische Romane und so war es faszinierend, in das London im Jahr 1884 einzutauchen. Die Autorin Natasha Pulley beschreibt so bildhaft die damalige Zeit, dass ich das Gefühl hatte, sie selbst zu erleben. Die vom Ruß geschwängerte Luft, das Klicken der Telegraphen oder einfach nur die Umgangsformen in der Gesellschaft. Es kam vor, dass ich einen Witz oder eine Anspielung nicht verstand, da mir die Gepflogenheiten zu der Zeit nicht vertraut waren. Manchmal holperte ich durch Sätze, da mir ihr Sinn nicht begreiflich war. Aber da diese Umstände keine große Rolle spielten, konnte ich leicht darüber hinweg lesen.

Zum Ende wird es richtig spannend. Während die Geschichte die meiste Zeit eher ruhig erzählt wird, nimmt sie zum Schluss Fahrt auf, und ich konnte mich ihr nicht mehr entziehen.

Durch einen gewissen Umstand, den ich hier aber nicht spoilern möchte, war es mir, wie Thaniel und anderen Protagonisten, nicht möglich, den Verlauf der Geschichte zu erahnen. Wendungen waren möglich, die aber nicht eintrafen. Ich fragte mich immer wieder, mit dem Wissen, das ich als Leserin hatte, wie es wohl weitergehen könnte.

Das Ende kam schnell und überraschend, und irgendwie auch nicht. Überraschend deshalb, weil ich nie auf die Person gekommen wäre, die der Bombenleger war. Was mich aber nicht überraschte war das Glück, das andere Protagonisten fanden.

Ich habe Thaniel und Mori sehr ins Herz geschlossen und würde gerne wissen, wie es den beiden so ergeht, und empfinde das Ende dahingehend dann doch als etwas zu kurz. Es gibt auf Englisch schon einen zweiten Band und ich hoffe, dass dieser auch übersetzt wird!

Wer sich gerne ins London des 19. Jahrhunderts begeben und den Hauch von Magie erleben möchte, sollte auf jeden Fall in die Geschichte reinlesen. Gerade die Beschreibungen der damaligen Zeit finde ich sehr gelungen und authentisch. Ansonsten hat die Geschichte für mich einen ruhigen Spannungsaufbau, den manche eventuell langweilig finden könnten. Doch ich finde, er passt zu den Protagonisten und dem Umfeld, in dem „Der Uhrmacher in der Filigree Street“ spielt.

Abschließend möchte ich noch sagen, dass ich die Geschichte als Ebook gelesen habe und sie mir anschließend als Print geholt habe, weil ich sie unbedingt in meinem Bücherregal stehen haben möchte.

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