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Rezension zu „Espresso im Herzen“

Posted in Rezensionen

Meiner Meinung nach sollte es am Anfang im Buch einen kleinen Hinweis geben: „Das Lesen dieser Geschichte kann zu Fernweh führen. Lesende werden darauf hingewiesen, dass die Lektüre die Sehnsucht nach Italien wecken könnte.“
Sollte man es trotzdem lesen? Unbedingt!

Rezension zu „Espresso im Herzen“

Jess Schönrock

Selfpublished

veröffentlicht über BoD

9783756860838

15,99€/4,99€

Klappentext: Ein Urlaub mit Freunden am Comer See in Italien, der Heimat seiner Mutter – so entspannt hat Marco sich den Sommer vorgestellt. Doch die Begegnung mit Matteo ändert alles. Der italienische Koch verdreht Marco vollständig den Kopf – und das, obwohl Marco sich doch eigentlich nicht mehr verlieben wollte.
Zwischen den Wellen des Comer Sees, dem Duft von Pizza und der italienischen Sonne lässt Marco sich auf echte Gefühle ein.
Doch ist Matteo ebenfalls dazu bereit?

Wie meiner Einleitung zu entnehmen ist, hat Jess Schönrock es geschafft, den Comer See, seine italienischen Orte und einfach das ganze Flair so bildhaft und authentisch zu beschrieben, dass bei mir sofort Urlaubsstimmung aufkam. 
Aber nicht nur die Orte machen neugierig, sondern auch die Protagonist*innen. Marco und Matteo wurden beide von Ereignissen und Handlungen in ihrer Vergangenheit geprägt, die sie bis heute nicht abschütteln konnten. Der Autorin* ist es ganz toll gelungen zu zeigen, wie komplex wir Menschen sind und dass manche Dinge eben nicht mit der Zeit einfach heilen, sondern uns prägen. Was sich in jeder Begegnung und in jedem Gedanken zeigt, ist die Wertschätzung, die sich die Charaktere entgegen bringen, und der Umgang miteinander auf Augenhöhe. Egal ob es um den Sex, die Gefühle zueinander oder die Zukunft geht, sie behandeln sich mit Respekt, wahren Grenzen und zeigen uns Leser*innen, falls man es noch nicht wusste, wie man achtsamer sein kann.

Ich mochte die Geschichte wirklich sehr. Es gibt kein großes, künstliches Drama, sondern den Männern wird die Zeit gegeben, die sie brauchen. Auch die Nebencharaktere sind nicht nur schmuckes Beiwerk, sondern haben ihre eigenen wichtigen Rollen und tragen zur Geschichte bei.
Jess Schönrock verzichtet auf Sexszenen, was mir gefallen hat. 

Was sich in der Geschichte schon gezeigt hat, erwähnt die Autorin* noch einmal im Nachwort. Selbstverständlich Händchen haltend am Comer See entlang zu spazieren, ist für ein schwules oder lesbisch gelesenes Paar als Tourist*innen einfach, aber für Einheimische leider nicht.
Ich finde es toll, dass Jess das in der Geschichte nicht übergangen hat, aber bin traurig, dass es überhaupt noch so ist.

Ich kann dieses Buch allen empfehlen, die eine romantische Liebesgeschichte lesen möchten, die nicht kitschig ist, sondern ernste Themen anspricht und bei der im Vordergrund die Gefühle und ein wertschätzendes Miteinander stehen.

P.S.: Eventuell habe ich nach Beendigung geschaut, ob ich im September Urlaub am Comer See machen könnte. Also seid gewarnt!

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